
Wir können Euch ein weiteres Interview mit einem Spieler präsentieren, der sich auf dem National Final für das
WCG Grand Final in Köln qualifizieren konnte. Der bekannte
Warcraft III Spieler Heinrich '
S.o.K.o.L' Rennert erreichte vor einigen Wochen dort den zweiten Platz.
Heinrich ist 20-Jahre alt und stammt aus dem schönen Bayern, wo gerade das Oktoberfest für jede Menge Gaudi sorgt. Bald allerdings wird er anfangen in Würzburg Bauingenieurwesen zu studieren.
Wie er das Turnier in Leipzig erlebte und welche Gedanken er sich zu seiner Spielweise sowie zum Grand Final macht, könnt Ihr nun lesen!
Hey S.o.K.o.L, eine Frage vorweg: Wie bist du eigentlich zu deinem Nickname gekommen?
Als ich eines Abends vorm PC saß und mich zum ersten Mal ins Bnet einloggte, mit meinem 36 kbit/s Modem, wurde ich von einer "Flut" eines Unbekannten Mediums überfordert. Erst nach dem ich die Eula Bedingungen durchgelesen habe, überlegte ich mir einen "Nicknamen". Sofort sprach mich "Falke" an, allerdings wollte ich was besonderes haben, so entschied ich mich, dieses Wort ins Russische zu übersetzen und dann noch die 4 Punkte fürs optische zu geben. So entstand the one and only S.o.K.o.L mit vier Punkten.
Kommen wir zu den National Finals. Wie gefiel dir die Location in Verbindung mit der Games Convention?
Die Location war natürlich genial, keine Frage. Es gab sehr viele Leute, die von der "Materie" Ahnung haben. So fühlte man sich dort ganz gut. Das einzige Problem war halt die Lautstärke der Stände, welche die Musik immer lauter aufgedreht haben. Aber mit einem guten Headset und ner Portion Konzentration, konnte man diese Barriere überwinden.
Das Turnier verlief durchwachsen für dich. Was lief im ersten Spiel gegen Leon falsch? Da ich aus Niederbayern zum Turnier anreisen musste, bin ich die ganze Nacht mit dem Auto (als Fahrer) gefahren. Fünfzehn Minuten nach meiner Ankunft musste ich spielen. Kein warmup, neue "Umgebung", kleine Nervosität und andere Faktoren haben mich einfach aus dem Lot gerissen und ich verlor meine Spiele, die allerdings ganz gut gespielt waren. Leon war ja auch da, um zu gewinnen.
Im Loserbracket konntest du dich unter anderem gegen Reignofdark, dArk und HLA durchsetzen. Wenn man die Ergebnisse und Platzierungen anderer Ligen betrachtet muss man sich fragen wie du es geschafft hast, noch ins Finale zu kommen.
Das fragte ich mich auch. Der Wille zu gewinnen, keine Ping/inet- Probleme, die Atmosphäre, Clanmates und einfach ein guter Tag, haben mir die Kraft gegeben, meine Gegner zu besiegen.
Bist du von den Leistungen auch ein wenig überrascht gewesen?
Natürlich, es war mir bewusst, dass Xlord und HLA die ersten 2 Plätze nehmen, so machte ich mir keine Hoffnungen bei dem starken Teilnehmerfeld. Der Wille zu gewinnen war allerdings da.
Das Finale gegen XLord hast du knapp mit 2:1 verloren. Wie bewertest du das Spiel im Nachhinein? Ah XlorD ist sicher der bessere Spieler, also eine Map (die einzige, die er im Turnier abgegeben hat) gegen ihn zu gewinnen ist eine Leistung, für welche man sich kaum schämen muss.
Du bist Orc Spieler. Gegen Undead und Nightelf Spieler hast du laut Statistik die besten Chancen. Warum bist du gegen die genannten Rassen erfolgreicher als gegen Orc oder Human? Hm... komische Statistik. Dass ich im Moment gut gegen Elf bin, ist, weil ich früher viel geladdert habe. Und es ist war nunmal so, dass 50% der Gegner Nachtelfen waren und nur eine Strategie konnten. So habe ich laut "learning by losing" gelernt, gegen die beste 1.21 Rasse zu gewinnen. Und mit dem 1.22 Patch ist es ja nicht mehr möglich einige Bugs zu exploiten, so müssen die Elfen jetzt einwenig improvisieren. Da die meisten früher nur dadurch so gut waren, verlaufen die momentanen Spiele eher schlecht.
Bereitest du dich auf deine kommenden Spiele nach dem Gegner vor oder variierst du deine eigenen Taktiken? Im Moment habe ich absolut keine Zeit irgendwelche Taktiken zu vorbereiten, da ich 12 Stunden pro Tag Praktikum mache. Deswegen sind meine momentanen Spiele eher "auf gut Glück". Früher habe ich immer die Replays analysiert und meine Spielweise so dem Gegner angepasst.
Wie wird deine Vorbereitung auf das Grand Final in Köln aussehen? Mein Plan wäre, dass der WCG-Bootcamp gleich der Anfang vom Training, der mir vorallem durch das blöde Praktikum genommen wurde, sein wird. Wenn die WCG- Gruppen veröffentlicht werden, werde ich die Spielweise von den Gegnern analysieren, um die bestmögliche Leistung auf den Grand Finals zu bringen.
Was bedeutet es für dich, als einer von drei Warcraft III Spielern für Deutschland ins Turnier zu starten?
Das ist einfach ein Traum, der wahr geworden ist und ich werde einfach alles geben, um eine gute Show zu liefern und Deutschland würdig zu vertreten!
Damit bedanke ich mich für das Interview und wünsche dir viel Glück für das Grand Final in Köln!