Zahlreiche Kino- und Filmfans saßen in der vergangenen Nacht vor dem Fernseher um das wahrscheinlich größte Schaulaufen der Welt live zu verfolgen. Denn um 02:00 Uhr deutscher Zeit startetendie 82. Verleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und damit die des wichtigsten Filmpreises der Welt: den Oscars!
Zum großen Gewinner aus deutscher Sicht zählt Christoph Waltz , der den Oscar in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ für seine Rolle als charmant, brutaler als SS-Offizier Hans Landa im Tarantico Action-Film Inglourious Basterds gewann. Östereicher Waltz ist damit im Alter von 53 Jahren und nach über 30 Jahren in der Welt des Schauspiels und Films an der Spitze angekommen und wird in Hollywood-Filmen nun definitiv öfters zu sehen sein. Er zeigte sich nach dem Erhalt des Oscars und einer tollen Dankesrede im anschließenden Pressegespräch schockiert – aber im positiven Sinne. Waltz hatte vor den Oscars für seine Rolle bereits den Bambi in der Kategorie Schauspieler International, den Darstellerpreis der 62. Filmfestspiele in Cannes und den Golden Globe der Hollywood Foreign Press Association gewonnen und trotzdem einen Sieg bei den Oscars stehts ausgeschlossen bzw. von sich gewiesen.
Christoph Waltz gewinnt den Oscar (2010 Academy Awards)
Der deutsche Film „Das weiße Band“ hingegen konnte sich als „Bester ausländischer Film“ nicht durchsetzen, stattdessen gewann überraschend ein Film aus Argentinien.
Quelle: oscars.org
Zu den weiteren Gewinnern des Abends gehörten verdient Jeff Bridges als Hauptdarsteller für seine überragende Rolle in „Crazy Heart“, die wieder phänomenal aussehende Sandra Bullock (Hauptdarstellerin "The Blind Side") sowie eine lässige und reale Mo'Nique (Nebendarstellerin "Precious"). Der vorher so hochgelobte James Cameron und sein 3D-Kassenschlager Avatar – Aufbrauch nach Pandora zog unter anderem in den wichtigen Kategorien „Bester Film“ sowie „Beste Regie“ gegen seine Exfrau Kathryn Bigelow und ihrem Film "The Hurt Locker" den Kürzeren und konnte lediglich, aber erwartet, in den technischen Kategorien mit Oscar-Gewinnen glänzen.
Nach dem Celebrity-Showdown auf dem roten Teppich führten die beiden Comedians Steve Martin und Alex Baldwin als Moderatoren durch die Oscar-Verleihung. Mit manchmal saukomischen, manchmal aber bloß langweiligen Altherrenwitzen ging es durch den Abend. Highlights war definitiv die Laudatio von Ben Stiller, der als Avatar-Mann verkleidet den Preis für das beste Kostüm vergab sowie Robert Downey Jr., der in seiner Laudatorenrede soviel Witz und Charme versprühte, wie Martin und Baldwin zusammen am ganzen Abend – wenn überhaupt. Und wie so oft wurde die Verleihung in der Mitte etwas zäh. Extrem auffällig war dieses Jahr der Stress am Ende der Show. Dies zeigt unter anderem die Tatsache, dass Tom Hanks keinerlei einleitende Laudatio auf die Nominierten hielt , sondern den Umschlag ohne große Vorankündigung öffnete und den Gewinner preisgab. Spannungsbögen, die man aus Hollywood irgendwie anders kennt.
Die komplette Übersicht über die Oscargewinner könnt ihr hier nachlesen. Auf der offiziellen Homepage der Oscars gibt es auch zahlreiches Videomaterial zur beendeten Verleihung.
Ein Oscar-Sieg in der Stadt, in der 2010 auch das World Cyber Games Grand Final stattfindet. Wenn das keine Vorzeichen sind.